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Elitehengst
Puschkin lebt nicht mehr
Nun schweigt mein Herz,
ist stumm.
Denn es hat aufgehört zu schlagen.
Ein Nachruf von Matias Larsson
In den frühen Morgenstunden des 5. August 2011 ist Puschkin
R ShA, Elitehengst, Hengstvater, Vater und Großvater
prämierter
Stuten, Veredler-Vater prämierter Fohlen der renommierten
Warmblutzuchtverbände und selbst hoch erfolgreiches
Sportpferd,
mit 23 Jahren von dieser Welt gegangen.
Er starb, wie er auch seinem einzigartigen Leben seinen
stolzen Adel verliehen hatte: Er wurde nicht geschickt, er
ging - mit
seinem unvergleichlichen Gespür für das Machbare. Im Kreise
von Hengsten, die ihn ihr Leben lang kannten, hörte sein
Herz auf
zu schlagen. Sein Leben war gelebt, und dieses Leben war ein
Geschenk an alle, die ihn kannten.
Puschkin war eine der ganz großen Persönlichkeiten unter den
Pferden, und niemand, der sich einst in seinem edlen Blick
verloren
hat, wird ihn je vergessen können.
Den Adel, den jeder spürte, trug er nicht im Gesicht, er
trug ihn ihm Herzen - und dies schlägt weiter in seinen
Söhnen und
Töchtern, seinen Enkeln und in seiner vielverzweigten
Nachkommenschaft. Alle tragen den Funken seines
außerordentlichen
Wesens in sich und bereichern damit das Leben ihrer
Menschen: unter dem Sattel im Sport, in der Freizeit und in
der Zucht -
immer als verlässliche Partner und Freunde.
Puschkin gewann seine Hengstleistungsprüfung 1994 in
Warendorf mit einem Gesamtindex von 134 Punkten und verwies
damit
die versammelte warmblütige Konkurrenz auf die Plätze. Mit
seinen 1,59m überwand er seinerzeit bei einem Trakehner
Hengstmarkt in Neumünster bei einem Schauspringen gegen
Trakehner Hengste mit Leichtigkeit einen S-Parcours, er
beherrschte
Dressurlektionen der Klasse S, war Europa-Sport-Champion und
über lange Jahre sieg- und erfolgreich im Turniersport.
Seine Nachkommen haben sich in allen Disziplinen des
Pferdesports bewiesen: Über dem Sprung, im Busch, im
Viereck,
in der Distanz und vor der Kutsche. Puschkin hat seine
Spuren in der Shagya-Araberzucht hinterlassen, bei den
Anglo-Arabern,
den Arabischen Halbblütern, den Arabern, den Trakehnern,
Oldenburgern, Hannoveranern. Puschkin besaß Zuchtzulassungen
in annähernd jedem Zuchtverband Deutschlands und war ein
Veredler allerersten Ranges.
Er hat zu Lebzeiten seinesgleichen gesucht und auch nach
seinem Abtritt bleibt er ein solitärer Stern, der so hell
leuchtet, dass
vieles in seinem Schatten bleibt.
Puschkin war ein Bote der Freude, und auch wenn es manche
gegeben haben mag, die aus falsch verstandenem Ehrgeiz seine
Größe und den unvergleichlichen Adel seines Wesens nicht
anerkennen wollten, Puschkin macht uns alle stumm, wenn wir
uns
in seinem Gedenken umschauen und sehen, was er hinterlassen
hat: Eine Lücke, die nicht zu schließen sein wird - aber er
hinterlässt
auch sein Blut, aus dem einst ein neuer solcher Stern, wie
er es war, geboren werden kann.
Puschkin, du
hast mir mein Glück gebracht. Es steht in meinem Stall. Und
bei uns lebst du weiter.
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